Transparente Bilder
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Viel Gebüsch und passende Temperaturen ( +4° bis +14° sind die Wohlfühltemperaturen für Moskitos ) und schon tauchen sie auf .....und dann dauert es auch nicht allzu lange und man spürt ihre Stiche.

Diese lästigen Gesellen waren unsere ständigen und treuesten Begleiter.

Ja, auch das gehört zur Lagerfeuerromantik.

Es ist nicht jedes Jahr gleich. Manchmal gibt es sehr viele Moskitos ein Jahr später staunt man wieder über sehr geringes Aufkommen.

In zivilisierten Gebieten wo viel gerodet wurde lässt es sich mit diesen Insekten leicht leben. Aber hier in der Wildnis wo alles dicht verwachsen ist, wo man kaum einige Meter im Wald vorankommt, hier lauern diese Blutsauger immer und überall.

Nun werden sich wohl einige fragen warum man all dies auf sich nimmt.

Die Frage ist leicht zu beantworten für mich. Weil Natur auch ihre Schattenseiten, ihre Gefahren hat. Weil Natur rauh und dennoch faszinierend ist. Es ist die Unberührtheit - es ist die grenzenlose Freiheit die man für kurze Zeit einatmet. Hier kann ich meine "Akkus" zum Leben aufladen. Hier fühle ich mich einfach wohl. Der Nahlin ist so eine liebliche Gegend wo alle Vorstellungen von der Sehnsucht Wildnis eintreffen.

Am Fluss der Fischreichtum mit fünf Sorten Lachs und viele Forellen.

Man kann in diesem Mischwald gut wandern und ist schnell an der Baumgrenze, wo man einen tollen Überblick über das Flusstal hat.

Hier gibt es eine Fülle an Beeren, Pilzen und Gräsern, wodurch auch Grizzly und Schwarzbär allgegenwärtig sind. Man sieht viele Weißkopfadler die am Nahlin ihren Horst haben und man kann jederzeit auf Elche und Wölfe treffen.

Nach drei Tagen verließen wir den Nahlin-River. Unser nächstes Ziel war der 11,5 km entfernte Kowatua River. Bei der Flussfahrt überholten wir einen schönen semmelfarbigen Grizzly der am baumfreien Uferhang in dieselbe Richtung trottete. In einer Stunde und fünf Minuten erreichten wir unser Ziel. Dank dem GPS meines Sohnes wurde alles so exakt aufgezeichnet. Sogar die Höchstgeschwindigkeiten die wir mit dem Raft hinlegten. Im Box Canyon waren es einmal knapp 25 Stundenkilometer.

Der Inklin-River ist zu einem großen Fluss angewachsen und fließt nun schnell aber ohne große Hindernisse. Das Tal ist wieder viel breiter geworden. Die letzten Tage waren geprägt von Hitze. So etwas hatten wir bis dato noch nie erlebt. Durch die hohen Temperaturen flüchteten auch die Tiere in höhere Regionen.

Der Kowatua-River führt klares Wasser.

Bei unserer Ankunft bewegten wir uns in einer Wetterküche. Schnell wurden die Zelte errichtet und Joe und ich zogen es vor darin auf besseres Wetter zu warten.

Der Rest der Truppe harrte aus und konnte einen wunderschönen Regenbogen im Doppelpack bewundern. Die Schlechtwetterfront dauerte nicht lange und schon kurze Zeit später schien die Sonne wieder gnadenlos vom Himmel.

Der überholte Grizzlybär war auch mittlerweile am gegenüberliegenden Hang eingetroffen, fraß noch einige Beeren bevor er in einem kleinen Wäldchen verschwand. Aufgrund der Tatsache, dass wir uns im hohen Norden befanden, ging die Sonne erst nach 10 Uhr abends unter. So richtig finster wird es in diesem Gebiet dennoch nicht - Konturen kann man immer noch gut ausnehmen.

Gerlinde hat Ihre Pflichten als Koch wieder wahrgenommen und alle hungrigen Mäuler wurden gestopft. Anschließend war relaxen angesagt.

Danach unternahmen wir eine kleine Wanderung entlang des Kowatua-River.

Wir schlenderten gemütlich am Ufer des Flusses als wir "etwas" im Wasser schwimmen sahen. War es ein Stück Holz? Nein, dafür bewegte es sich viel zu schnell. Ein Biber war unterwegs. Wir kauerten uns schnell auf den Boden. Der Nager hatte uns nicht bemerkt und schwamm flussabwärts auf uns zu.

Dann tauchte er aber plötzlich ab. Wahrscheinlich hatte er unsere Anwesenheit bemerkt und zog es vor sich aus dem Staub zu machen.

Nach einer Fahrt von 2 Stunden 50 Minuten und 33 Flusskilometern kamen wir am Sutlahine-River an. Wir sind diesmal früher gestartet um mehr Tiere zu sehen und nicht gleich in die Tageshitze zu kommen. Während der Fahrt konnten wir 7 Bären sehen die an den Berghängen Beeren speisten. Zwei kamen uns am Inklinufer

entgegen. Wettermäßig hatte sich nichts geändert - es war heiß!

Mit dem Fernglas ließen sich viele Mountain-Goats beobachten.

Hier planten wir eine Nacht ein bevor es am nächsten Tag zum Yeth-Creek ging.

Am späten Nachmittag trafen wir am Yeth-Creek ein. Die Fahrt dorthin dauerte 2 Stunden 35 Minuten und wir legten dabei 32 km durch unberührte Wildnis zurück. Spektakulär war wieder der Inklin Canyon. Eine ¾ Stunde fuhren wir zwischen hohen Felswänden. Weißkopfadler begleiteten uns. Langgezogene Stromschnellen bescherten uns einen tollen Raftingtag.

Schnell musste das Camp am Yeth aufgebaut werden, da sich eine bedrohliche Gewitterfront näherte.

Die Gegend wurde dabei in ein faszinierendes Licht getaucht - es sah einfach fantastisch aus.

Ein paar Mal gab es ein kurzes Donnergrollen - und das war`s dann auch schon wieder. Kurze Zeit später schien uns bereits wieder sie Sonne in den Nacken.

Der Yeth-Creek ist ein klarer Fluss, in dem viele Lachse zu Laichen eingetroffen waren. Hier gab es wieder genug Möglichkeiten unser Menü mit Fisch zu verfeinern.

Wir planten 5 Tage Aufenthalt ein.

Am nächsten Tag wurden die Angeln bestückt und Joe landete kurz drauf einen Volltreffer. Ein Prachtexemplar von einem Königslachs hing am Haken.

Bei so einer Länge von 94 cm ergibt das natürlich auch entsprechende Filets.

Jeder konnte sich sein Bäuchlein (oder was davon noch übrig war....) richtig vollschlagen. Gerlinde hat die Filets gesalzen und gepfeffert, dann in Mehl getaucht und in heißem Fett knusprig gebraten. Zum Reis gab es Soja-Sauce, für die ganz hartgesottenen hatte Sie auch extra-scharfe Chilli-Sauce mit. Diese wurde zwar dankend angenommen, machte sich aber auch noch nächsten Tag auf dem stillen Örtchen bemerkbar.....:-)

Gerlinde hat auch des Öfteren richtiges Brot gebacken und manchmal gab es auch Bannok (Eskimobrot). Gegessen wurde - außer dem Müsli in der Früh - nur abends. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Zeiger der Waage nach der Reise bei allen Teilnehmern im Durchschnitt 5kg weniger an den Tag legte. Und das, obwohl niemand Hunger gelitten hatte.

Wir verspeisten genüsslich die Fischfilets als plötzlich eine Grizzly-Bärin am Waldrand auftauchte. Endlich!

Mein Herz schlug höher!!! Die Kameras waren wohlweislich schon aufgestellt und wir hofften, dass sich der Bär auch gut präsentierte und nicht gleich wieder im Dickicht verschwand.

Aber die Bärin war nicht alleine - sie hatte ein Junges dabei!

Die Freude war riesig!

Der Geruch des Fisches dürfte sie angelockt haben. Mutter und Kind beäugten uns neugierig. Die Bärin war dennoch überaus vorsichtig und dass mit ihr "nicht gut Kirschen essen" war, erkannte man daran, dass sie ums Maul schäumte und sich etwas nervös verhielt.

Aufgrund der Tatsache, dass sie nur ein Junges mitführte, konnten wir daraus schließen, dass sie möglicherweise schon eines ihrer Bärenkinder verloren hatte und sich deshalb sehr reserviert verhielt.

Dem kleinen Bären war das allerdings ziemlich "schnuppe". Er blickte ständig in unsere Richtung. Vielleicht waren wir die ersten Menschen die er in seinem Leben gesehen hatte.

So schnell gab Mama Bär das Feld aber dann doch nicht auf. Ihre Neugierde uns gegenüber siegte und so bewegten sich Gerlinde und ich langsam in ihre Richtung. Ständiges „hey bear" und „ braver bär“ gaben wir in ruhiger Stimme von uns.

Der Kleine wartete indessen das Geschehen hinter einem Baumstamm ab.

Nah genug angepirscht kamen wir dann zu tollen Aufnahmen.

Der kleine Bär musste sich etwas aufrichten um über den umgefallenen Baum blicken zu können. Allzu lange war sein Interesse uns gegenüber jedoch nicht. Gab es doch viel Interessanteres und Wichtigeres zu entdecken als uns Zweibeiner anzustarren.

 

Wir genossen noch die Zeit am Yeth Creek mit Fischen und Wandern.

Nach etlichen Tagen ging unsere Reise weiter.

Hier befanden wir uns bereits auf dem Taku-River. Nach dem Zusammenfluss mit dem Nakina-River nennt sich der Inklin nun Taku.

Eine gewaltige Wassermasse bahnt sich nun den Weg durch eine bezaubernde Landschaft. Ein breites Tal tat sich vor uns auf und wie auch die Tage zuvor gab es strahlenden Sonnenschein und unerträgliche Hitze.

Der große Fluss durchbricht das Küstengebirge und immer öfter kommen nun gleißende Gletscher zum Vorschein die den Taku weiter mit Wasser speisen.

An diesem Tag legten wir 32 km zurück und benötigten dazu 3 Stunden 50 Minuten. Es galt nun dem vielen Schwemmholz auszuweichen und durch die vielen Seitenarme musste man auf der Hut sein immer den richtigen Weg zu finden.

In den Flats konnten wir sehr viele Weißkopfseeadler entdecken. Dort, wo der Wasserstand sehr niedrig war hatten die geschickten Fischer die Möglichkeit Lachse zu fangen. Die erwachsenen Adler flogen aufgeschreckt davon als sie uns sahen.

Einige wenige Jungvögel zogen es jedoch vor am Ufer sitzen zu bleiben.

Der weiße Kopf und Schwanz bildet sich erst im Erwachsenenalter.

Jungvögel erkennt man am gesprenkelten Gefieder.

Die Zelte wurden gegenüber des King Salmon River errichtet

und am späten Abend saßen wir noch gemütlich am Lagerfeuer bei einer Tasse Tee und plauderten über bereits Erlebtes.

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