Transparente Bilder
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Noch an diesem Tag zogen und schoben wir das Boot über Eisblöcke das Ufer entlang. Wir stießen kleine Eisberge mit dem Ersatzruder weg und paddelten kurze Strecken durch die Eiswelt. Nach zwei Stunden war der Ausfluss in Sicht. Müde legten wir uns in unsere Schlafsäcke. Um drei Uhr Früh sprangen wir plötzlich aus den Zelten: ein infernalischen Krachen und ein anschließendes Rauschen das sich kontinuierlich steigerte. Ein riesiger Eisberg nicht weit draußen im See war nach Grundberührung zerbrochen und meterhohe Tsunamiwellen rauschten ans Ufer. Gott sei Dank hatten wir das Raft weit genug herausgezogen und lose vertäut. Es wurde mitsamt den Eisbrocken noch meterweit das Ufer hochgespült.
Der Alsek Lake ist sicher der beeindruckenste Platz der Reise. Eine bizarre Welt aus Eis und Wasser wo der Mensch eigentlich fehl am Platz ist. Drei Gletscher kalben in den 8 Km breiten See. Wir schätzten die Höhe der Eisberge auf bis zu 30 Meter. Im Hintergrund der 4663 Meter hohe Mount Fairweather vom Meeresniveau ansteigend.

Wir hatten noch 22,5 Km Fahrtstrecke nach Dry Bay. Den Regen bekamen wir waagrecht ins Gesicht.

Es war eine gespenstische Situation. Große Eisblöcke aus dem See schwammen neben uns. Wir erwarteten noch Stromschnellen, hören ihr Rauschen konnten sie aber im dichten Nebel nicht sehen. Dann drehte sich der Eisblock vor uns und schwang in den Wellentälern auf und ab. Jetzt hieß es das letzte Mal aufpassen. Hatte ich die richtige Fahrtrichtung für das Boot gewählt? Geschafft. Seehunde begleiteten uns. Nach drei Stunden waren wir bei der Ranger Station angelangt und einen Tag später flogen wir mit der Alsek Air nach Haines. Die Zivilisation hatte uns wieder.

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